
Die Ersten Geigen allein imaginieren die Einsamkeit Ariadnes, und wenn dann das gesamte Streicherensemble mit differenziertem Continuo das Wort ergreift, glaubt man den Wellenschlag an Naxos‘ Gestaden zu hören. Ohne jeden übertriebenen Affekt und deshalb umso ausdrucksstärker setzt Magdalena Kožená diese auf absolute Durchhörbarkeit angelegte Arie an, sehr firm und kontrolliert in den Auszierungen im Da capo. Das Collegium 1704 seinerseits darf sich gerade bei Marcello so recht austoben, denn die Kantate beginnt mit drei Instrumentalsetzen, die alles an Fingerläufigkeit abfordern, wenn man die Vorschrift Prestissimo so ernst nimmt wie Vaclav Luks. Reinhardt Kriechbaum, drehpunktkultur.at





